Für 143 bayerische Friseurazubis beginnt heute ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Berufsabschluss: Mit der schriftlichen Prüfung startet der zweite Teil der Gesellenprüfung im Friseurhandwerk. Nach 18 bis 36 Monaten intensiver praktischer und theoretischer Ausbildung in Friseursalons und Berufsschulen stellen die angehenden Gesellinnen und Gesellen nun ihr Fachwissen unter Beweis. Einige davon aufgrund guter Leistungen nach verkürzter Ausbildungszeit.
Die theoretische Prüfung dauert insgesamt vier Stunden und umfasst die Fächer Friseurtechniken, Betriebsorganisation und Kundenmanagement sowie Wirtschaft- und Sozialkunde. Dabei geht es nicht nur um handwerkliche Grundlagen wie Schneide-, Farb- und Umformtechniken, sondern auch um betriebliche Abläufe, Beratungskompetenz, Hygiene- und Arbeitsschutzvorschriften sowie rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge.
„Gut ausgebildete Fachkräfte sind die Grundlage für die Zukunft unseres Handwerks. Die Gesellenprüfung ist deshalb nicht nur für die jungen Menschen ein wichtiger Schritt, sondern auch für die Betriebe ein zentrales Element der Fachkräftesicherung. Das Friseurhandwerk bietet Jugendlichen einen kreativen, abwechslungsreichen und krisensicheren Beruf mit echten Karrierechancen – von der Meisterprüfung bis zur Selbstständigkeit“, betont Landesinnungsmeister Christian Kaiser.
In den kommenden Wochen folgt ein weiterer Prüfungstag mit der praktischen Gesellenprüfung. Hier müssen die Prüflinge umfangreiche Pflichtaufgaben an Damen- und Herrenmodellen absolvieren, bei denen Kreativität, technisches Können und typgerechte Umsetzung gefragt sind. Zusätzlich ist eine Wahlaufgabe am Damenmodell zu bearbeiten.
Die Ausbildung im Friseurhandwerk vermittelt ein breites Spektrum an Fähigkeiten. Dazu zählen unter anderem Haarschnitt- und Stylingtechniken, Coloration und Blondierung, Umformung, Haar- und Kopfhautpflege, Make-up und typgerechte Beratung, Kundenkommunikation sowie Grundlagen von Verkauf, Betriebsorganisation und Marketing.
Ausbildungsberechtigt sind ausschließlich Friseurbetriebe, die das vollständige Dienstleistungsspektrum anbieten. Reine Herrensalons, wie beispielsweise Barbershops, decken nur Teilbereiche der erforderlichen Ausbildungsinhalte ab und können daher nicht ausbilden. Aktuell absolvieren rund 2.500 junge Menschen in Bayern ihre Ausbildung in einem Friseurbetrieb. Damit zählt das Friseurhandwerk zu den ausbildungsstärksten Berufen im Handwerk.
Besonders bemerkenswert: Das Friseurhandwerk ist nach wie vor die Nummer eins unter den Ausbildungsberufen für Frauen im Handwerk. Gleichzeitig gewinnt der Beruf zunehmend auch für Männer an Attraktivität. Ihr Anteil unter den Auszubildenden ist in den vergangenen Jahren auf knapp 30 Prozent gestiegen.
„Wir wünschen allen Prüflingen viel Erfolg für die anstehenden Prüfungen. Wer sich für den Friseurberuf entschieden hat, hat eine gute Wahl getroffen. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz zeigt sich, wie wichtig echte Handwerksqualität, persönliche Nähe und menschliche Beratung sind – und genau das macht unseren Beruf unersetzlich“, so stellvertretender Landesinnungsmeister Christian Hertlein.
