Mit großer Verwunderung und deutlicher Kritik reagiert das bayerische Friseur- und Kosmetikerhandwerk auf die jüngsten Aussagen von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Diese hatte im Zuge der Rentendebatte Unternehmerinnen und Unternehmer pauschal in die Nähe sozialer Gegner gerückt – eine Rhetorik, die nicht nur aus der Zeit gefallen wirkt, sondern dem gesellschaftlichen Zusammenhalt massiv schadet.
„Wir sind keine Gegner unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseur- und Kosmetikerhandwerks. „Unsere Branche lebt vom Miteinander. Friseursalons und Kosmetikbetriebe sind Orte der Begegnung, des Vertrauens und der Wertschätzung. Wer hier von Klassenkampf spricht, verkennt völlig, wie mittelständisches Handwerk funktioniert.“
Tausende Friseur- und Kosmetikbetriebe in Bayern tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen und sozialen Stabilität im Freistaat bei. Sie sind:
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Arbeitgeber für zehntausende Beschäftigte
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wichtige Ausbildungsbetriebe, die jungen Menschen echte berufliche Perspektiven bieten
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Dienstleister, die Nähe schaffen, Selbstbewusstsein stärken und Lebensqualität erhöhen
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regionale Wertschöpfer, die Steuern zahlen, Innenstädte beleben und soziale Verantwortung übernehmen
„Wenn Ministerin Bas suggeriert, Unternehmer seien eine Art Gegenspieler der Arbeitnehmenden, dann verkennt sie die Lebensrealität im Handwerk. Ohne unsere Betriebe gäbe es keine Ausbildungsplätze, keine Dienstleistungen vor Ort, keinen sozialen Kitt im Alltag – und damit auch kein Modell Deutschland, auf das sie sich berufend verteidigen möchte“, so Kaiser.
Die Friseur- und Kosmetikbranche steht seit Jahren unter massivem wirtschaftlichen Druck. Energiepreise, Bürokratie, Mindestlohn, Sozialabgaben und ein verschärfter Fachkräftemangel belasten die Betriebe enorm.
„Unsere Selbstständigen gehen täglich Risiken ein, um Arbeitsplätze zu sichern, Lehrlinge auszubilden und für unsere Kundschaft da zu sein. Was wir brauchen, ist keine ideologische Schelte, sondern politische Unterstützung“, fordert Kaiser.
Das bayerische Friseur- und Kosmetikerhandwerk erwartet von der Bundesarbeitsministerin ein klares Bekenntnis
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zu einer starken mittelständischen Wirtschaft
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zu realistischen, finanzierbaren Reformen statt wohlfeiler Phrasen
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zu Wertschätzung statt Spaltung
„Wer ernsthaft soziale Errungenschaften sichern will, muss die Grundlage dafür stärken: die Wirtschaft und damit auch das mittelständische Handwerk. Klassenkampfrhetorik hilft niemandem. Sie gefährdet, was sie zu schützen vorgibt“, so Kaiser.
„Wir stehen jederzeit für Gespräche bereit. Aber wir erwarten Respekt für das, was wir täglich leisten“, betont Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Statt Gräben aufzureißen, sollten wir Brücken bauen – für eine starke Wirtschaft als Grundlage für Wohlstand und soziale Gerechtigkeit.“
