Trafen sich zur gemeinsamen Sitzung von LiBK und LIV (v.l.): Tanja Kurtz, Tilo Hartig, Doris Ortlieb, Christian Kaiser, Lydia Keßler, Christian Hertlein, Daniela Zorn und Tobias Bickel
Wie gelingt gute Ausbildung im Friseurhandwerk? Durch regelmäßigen Austausch zwischen Praxis, Berufsschule und Verbänden. Genau dieser Dialog stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Vorstandssitzung des LiBK Bayern (Lehrer im Berufsfeld Körperpflege – Landesverband Bayern) und des Landesinnungsverbandes Friseure & Kosmetiker Bayern.
Im Zentrum der Gespräche stand die enge Zusammenarbeit im dualen System. Denn die Ausbildung im Friseurhandwerk lebt davon, dass Betriebe und Berufsschulen nicht nebeneinander arbeiten, sondern miteinander. Beide Seiten bringen unterschiedliche Perspektiven ein: Die Betriebe kennen den Alltag im Salon, die Anforderungen der Kunden sowie die Entwicklungen am Markt. Die Berufsschulen vermitteln die theoretischen Grundlagen und begleiten die jungen Menschen pädagogisch. Erst im Zusammenspiel entsteht daraus eine Ausbildung, die tragfähig, praxisnah und zukunftsorientiert ist.
Ein wichtiger Schwerpunkt der gemeinsamen Sitzung waren Fragen rund um die Gesellenprüfung. Dabei ging es unter anderem um die Erstellung von Prüfungsaufgaben und um die Mitwirkung der Lehrkräfte bei der Abnahme der Prüfungen. Auch die Digitalisierung im Friseurhandwerk nahm breiten Raum ein. Digitale Terminbuchung, Social Media, moderne Beratungstools, digitale Kommunikation mit Kunden oder der Umgang mit neuen technischen Anwendungen verändern den Salonalltag spürbar. Deshalb wurde darüber gesprochen, welche Inhalte Berufsschulen vermitteln können und welche Unterstützung sie dafür benötigen. Ausbildung muss mit der betrieblichen Realität Schritt halten – und sie muss junge Menschen darauf vorbereiten, Veränderungen nicht nur zu erleben, sondern aktiv zu gestalten.
Neben diesen klassischen Ausbildungsfragen kamen auch weitere Zukunftsthemen auf den Tisch. Dazu gehörten Überlegungen zur Ausbildung von Fachpraktikern, die Nachwuchsgewinnung sowie die Vermittlung von Wissen zum fachgerechten Umgang mit Afrohair. Gerade diese Themen zeigen, wie vielfältig und anspruchsvoll eine moderne Ausbildung im Friseurhandwerk heute ist. Fachliche Qualität, Offenheit für neue Anforderungen und ein realistischer Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen gehören zusammen.
Landesinnungsmeister Christian Kaiser zog nach der gemeinsamen Sitzung ein positives Fazit: „Ich freue mich sehr über den regelmäßigen und vertrauensvollen Austausch zwischen dem LiBK Bayern und unserem Landesinnungsverband. In dieser Runde können wir auch kritische Themen sachlich ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Genau so muss Zusammenarbeit im dualen System aussehen: offen, praxisnah und mit dem klaren Ziel, unsere Ausbildung im Friseurhandwerk weiter zu stärken.“
