Nach der Übergabe der Gesellenbriefe trafen sich die frischgebackenen Gesellinnen mit den Ehrengästen zum Gruppenbild.
Bild: Monika Treutler-Walle
Zwölf neue Gesellinnen und Gesellen verabschiedete die Friseurinnung Nordschwaben bei ihrer diesjährigen Freisprechungsfeier. Als Prüfungsbeste wurden Stephanie Bauer, die im Salon Bauer in Weisingen ausgebildet wurde, sowie Sophia Hudel und Helena Wengenmair ausgezeichnet, die beide ihre Ausbildung im Salon Zeitlmann in Donauwörth absolviert haben. Darüber hinaus erhielten die besten Berufsschulabsolventinnen Urkunden der Regierung von Schwaben sowie Geldpreise als Anerkennung für ihre hervorragenden Leistungen.
Eine besondere Ehrung galt Renate Mayr. Für ihre mehr als 30-jährige selbstständige Tätigkeit im Friseurhandwerk erhielt sie den Goldenen Meisterbrief. Gleichzeitig würdigte die Friseurinnung ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement. Seit 1995 gehört sie dem Prüfungsausschuss an, dessen Vorsitz sie seit vielen Jahren mit großem Einsatz ausübt.
Obermeisterin Birgit Janosch-Rud bezeichnete die bestandene Gesellenprüfung als den „Aufbruch in die Zukunft der jungen Fachkräfte“. Sie machte deutlich, dass der Friseurberuf weit mehr sei als Haare zu schneiden und zu formen. „Unser Beruf ist mehr als Haare schneiden und formen. Bei uns sind Kreativität und Handwerk eine Einheit und wir sind gut und gerne als Visionäre des Alltags zu bezeichnen“, sagte sie. Den jungen Fachkräften gab sie mit auf den Weg, ihren eigenen Stil zu entwickeln und mit Schere, handwerklichem Können und einem Lächeln ihren Berufsweg zu gestalten.
Glückwünsche und Anerkennung für die Ausbildungsleistung
Bürgermeister Stephan Karg gratulierte den neuen Gesellinnen und dem Gesellen herzlich zur bestandenen Prüfung. Sie markiere den Übergang vom Lernen in die berufliche Eigenverantwortung. Sein Dank galt insbesondere den Ausbildungsbetrieben und der Berufsschule, die mit großem Engagement die Grundlage für diesen Erfolg geschaffen hätten. Zugleich warb Karg dafür, der Heimatregion verbunden zu bleiben und die Zukunft des Friseurhandwerks vor Ort mitzugestalten.
Auch Schulleiter Manfred Bäuml hob das Fachwissen und die Kreativität der Absolventinnen und Absolventen hervor. Neben den praktischen Fertigkeiten stellte er vor allem die Bedeutung des in der Berufsschule erworbenen Wissens heraus. „Bleiben Sie dran, denn dieses Wissen ist grundlegend für Ihre Urteilsfähigkeit und für unsere Demokratie“, gab er den jungen Fachkräften mit auf den Weg.
Landrat Markus Müller dankte den Ausbildungsunternehmen für ihren Einsatz und unterstrich zugleich die Bedeutung der wohnortnahen Berufsschulausbildung. Besonders hob Müller die gesellschaftliche Rolle des Friseurhandwerks hervor: „Friseursalons sind weit mehr als Dienstleistungsbetriebe. Sie sind wichtige Treffpunkte, Orte der Begegnung und des persönlichen Austauschs. Sie gehören zur Grundversorgung und tragen wesentlich zur Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden bei. Ein Ort ohne Handwerksbetriebe und ohne Friseursalons verliert ein Stück seiner Lebendigkeit.“
Viele Möglichkeiten nach der Gesellenprüfung
In seiner Festansprache widmete sich Kreishandwerksmeister Werner Luther der Bedeutung eines erfolgreichen Ausbildungsabschlusses für die persönliche und berufliche Zukunft. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Ausbildungsabschluss und bestärke Sie darin, weiterzumachen. Die Gesellenprüfung ist das Pflichtprogramm, jetzt kommt die Kür, und dafür stehen Ihnen viele Wege offen“, betonte er. Er ermunterte die jungen Handwerkerinnen und den Handwerker, auch eine Meisterausbildung in Betracht zu ziehen und vielleicht den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Mit einem augenzwinkernden Hinweis auf die Digitalisierung sagte Luther: „Ihre Leistungen werden gebraucht. Denn eines ist klar: Die KI, die in aller Munde ist, schneidet keine Haare. Das ist Ihr Vorteil und den sollten Sie nutzen.“
Aus der Hand von Kreishandwerksmeister Werner Luther (rechts) erhielt Renae Mayr (mit Urkunde) den Goldenen Meisterbrief. Dazu gratulierten (von links) Bürgermeister Stephan Karg, Obermeisterin Birgit Janosch-Rud, Landrat Markus Müller und stv. Obermeisterin Tanja Ruf.
Bild: Monika Treutler-Walle

